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Florian Zindler

Kontakt:

Centre for Organismal Studies

Abteilung Tierphysiologie / Entwicklungsbiologie

Im Neuenheimer Feld 504

Tel: +49-(0)6221/54-5629

Fax:: +49-(0)6221/54-6162

e-Mail: zindler@stud.uni-heidelberg.de

 

 
 

 

Titel der wissenschaftlichen Arbeit:

Das neurotoxische Potential anthropogener Mikroschadstoffe im Zebrabärbling.

Kurzbeschreibung:

Über die letzten Jahrzehnte hinweg wurde unter großem Einsatz versucht, die Trinkwasserqualität zu sichern und einen guten chemischen sowie ökologischen Zustand des verfügbaren Oberflächenwassers zu erzielen. Auch wenn klassische, die Wasserqualität negativ beeinträchtigende Einflüsse wie Phosphor- oder Stickstoffemissionen wesentlich gesenkt werden konnten, ist der ökologische Zustand unserer Gewässer dennoch häufig mäßig bis schlecht. Dafür mitverantwortlich kann zum Beispiel der starke Eintrag von anthropogenen Chemikalien, wie Arzneimittel oder Lebensmittelzusatzstoffe, in die aquatische Umwelt sein. Die Folgen der zumeist langfristigen Belastung aquatischer Ökosysteme mit diesen Chemikalien (in der Umwelt auch als Mikroschadstoffe bezeichnet) sind bisher jedoch weitgehend unklar. Infolgedessen unterstützt das Wissenschaftsministerium Baden-Württemberg mit dem Verbundprojekt ‚Eff-Net‘ (Effect Network in Water Research) die Entwicklung eines wissenschaftlichen Netzwerkes, dass die Identifizierung, Quantifizierung und Bewertung gefährlicher Mikroschadstoffe in aquatischen Ökosystemen anhand biologischer Endpunkte erlauben soll.

Im Rahmen der Beurteilung der ökologischen Auswirkungen ausgewählter neuroaktiver Mikroschadstoffe auf aquatische Ökosysteme wird das neurotoxische Wirkpotenzial dieser Substanzen an Larven des Zebrabärblings (Danio rerio) untersucht. Der Studienschwerpunkt liegt hierbei auf Verhaltensänderungen im Larvalstadium unter Belastung mit umweltrelevanten Konzentrationen der neuroaktiven Testsubstanzen. Hierzu werden Spontanbewegungen sowie komplexe Bewegungsmuster der Tiere unter verschiedenen Expositionsszenarien aufgezeichnet und ausgewertet. Verhaltensänderungen, die auf die Mikroschadstoff-Exposition zurückzuführen sind, werden idealerweise mit neuromorphologischen Veränderungen in Verbindung gebracht. Eine fundierte Auswahl weiterer toxikologischer Endpunkte hilft bei der Erstellung von Extrapolationsschemata wie ‚Adverse Outcome Pathways‘ (AOPs) und erlaubt damit die qualifizierte Risikobewertung der untersuchten Mikroschadstoffe. Zudem werden anhand der Daten, die im Zuge der Risikobewertung der neuroaktiven Testsubstanzen generiert werden, neue Ansätze zur Untersuchung neurotoxischer Effekte erarbeitet und auf ihre Eignung als High-Throughput-Screening (HTS) geprüft.