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Susanna Mieck

Kontakt:

Centre for Organismal Studies

Abteilung Tierphysiologie / Entwicklungsbiologie

Im Neuenheimer Feld 504

Tel: +49-(0)6221/54-5629

Fax:: +49-(0)6221/54-6162

e-Mail: mieck@stud.uni-heidelberg.de

 

 

 

 
 

 

Titel der wissenschaftlichen Arbeit:

Untersuchung der ökotoxikologischen Relevanz von Lebensmittelzusatzstoffen und Arzneimitteln im Zebrabärbling (Danio rerio)

Kurzbeschreibung:

Zum Schutz des Trinkwassers und zur Verbesserung der Gewässerqualität von Flüssen wurde in den letzten Jahrzehnten viel getan. So wurde durch die Verringerung der Stickstoff- und Phosphoremission die Wasserqualität deutlich verbessert. Dennoch verschlechtert sich der Zustand der aquatischen Biodiversität in vielen Gewässern noch immer. Dies kann verschiedene Ursachen haben, wobei vor allem der Eintrag von sogenannten Mikroschadstoffen in die aquatische Umwelt diskutiert wird. Mikroschadstoffe wie Arzneimittel, Lebensmittelzusatzstoffe und Nanopartikel oder Mikroplastik gelangen aufgrund ihres hohen Gebrauchs in großen Mengen in die Gewässer. So sind zum Beispiel Zuckerersatzstoffe (Acesulfam, Sucralose) wie auch das Arzneimittel Metformin in Oberflächen- und sogar im Trinkwasser in immer größeren Mengen nachgewiesen. Diese Stoffe sind in ihrer Natur sehr persistent und werden vom Menschen praktisch nicht verstoffwechselt und daher unverändert in die Umwelt ausgeschieden. Da sowohl Zuckerersatzstoffe als auch Medikamente in ihrer Wirkung im aquatischen Ökosystem kaum erforscht sind, wird im Rahmen des Eff-Net Projektes (Effect Network in Water Research) versucht, ein multi-scale-Netzwerk zur Identifikation und Evaluation biologischer Gefahren von Mikroschadstoffen (z.B. Zuckerersatzstoffe) zu erstellen.

Das Ziel der geplanten Doktorarbeit ist es daher, potentielle Effekte von Zuckerersatzstoffen und von den Glukosestoffwechsel manipulierenden Arzneimitteln auf Fische zu untersuchen. Zur Ermittlung von toxikologischen und teratogenen Profilen der oben genannten Ausgangsstoffe und ihrer Metaboliten (die durch Umweltanalysen identifiziert wurden) dient der Zebrabärbling (Danio rerio) als Modelorganismus, wobei die Untersuchungen nach Möglichkeit ausschließlich in Embryonen durchgeführt werden sollen. Zusätzlich sollen in einem neuartigen Untersuchungssystem Veränderungen im Verhalten und in den kognitiven Fähigkeiten der Embryonen analysiert werden. Da die Wirkung von Zuckerersatzstoffen und den genannten Medikamenten bei Fischen bisher praktisch überhaupt nicht untersucht wurde, ist die geplante Dissertation im Bereich der Grundlagenforschung anzusiedeln. Die genannten Substanzen können jedoch in zunehmendem Maße in der Umwelt nachgewiesen werden, sodass sich ein hochaktueller Anwendungsaspekt ergibt.